Gleichstellung Aktuell

"Pari-Pari ist kein Reisgericht!"

Hier geht es um die gleichberechtigte demokratische Teilhabe von Frauen und Männern in der repräsentativen Demokratie Deutschlands auf allen Ebenen. Paritäten sind ausgewogene Gruppenzusammenstellungen von 50 % Frauen und 50 % Männern.

Nach einem Vortrag auf einer Versammlung der Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten in Schleswig-Holstein von Frau Prof. Dr. Silke R. Laskowski (Rechtswissenschaften / Uni Kassel) wachgerüttelt, möchte ich Sie ebenfalls auf die Nichterfüllung von Verfassungsrecht hinweisen und dazu auffordern, für die Einhaltung einer gleichberechtigten demokratischen Teilhabe beider Geschlechter aufzustehen und einzutreten. Dies gelingt am einfachsten, indem Parteien sich verpflichten Ihre Wahllisten Pari – Pari zu besetzen und sich voller Energie der Nachwuchsförderung zu widmen. Argumentationen wie: „Wir haben nicht genügend qualifizierte Frauen" geben hier den Hinweis auf Versäumnisse in der Vergangenheit und auf alttarierte Machtsysteme, die nur ungern verändert werden wollen.

Nun mögen Sie anführen, dass wir innerhalb der Gremien der Stadt Eckernförde schon ganz gut aufgestellt sind und von 27 Mitgliedern des Rates 10 Frauen sind. Bei einem weiblichen Bevölkerungsanteil von 51% können wir dennoch nicht von einem repräsentativen Anteil sprechen. Der alleinige Blick auf die Besetzung der Ratsversammlung genügt hier nicht. Viel dünner wird der Frauenanteil in den Aufsichtsräten, in einzelnen Ausschüssen befindet sich gar keine Frau (z.B. im Umweltausschuss), im Führungsbereich der Stadtverwaltung besteht ebenfalls eine hundertprozentige Dominanz der Männer. In relevanten Entscheidungsrunden kennt „Mann" sich schon lange, hat seine eigenen Rieten und seine eigene Sprache. Die Angst vor Neuerrungen und damit einhergehend vor evtl. Unsicherheiten ist hier Garant für Kommunikationsdefizite und Machtdemonstrationsversuche, die wenig Gutes für alle Beteiligten bereithalten. Fortentwicklung geht nur unter der Beteiligung beider Geschlechter! Frau Prof. Dr. Laskowski sagte: „Sie habe nichts gegen Männer in Machtpositionen, es sind nur zu Viele davon!" Dem möchte ich mich gerne anschließen und Sie zum Nachdenken und Handeln anregen. Ich fordere Pari – Pari und somit die gleichberechtigte demokratische Teilhabe von Frauen und Männern in der repräsentativen Demokratie Deutschlands auf allen Ebenen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Katrin Christine Blum

Vortrag Dr. Laskowski LAG-VV 03 Juni 2015

Besetzung in den Aufsichtsräten Kommunal Schleswig-Holstein Juni 2015



"Flüchtlinge und Geschlechterrollen" - Gedanken Ihrer Gleichstellungsbeauftragten

Nein, wir können den Menschen, die aus einem vollkommen anderen Kulturkreis kommen, nicht sofort unsere Weltanschauungen überstülpen.

Ja, wir können die Bereitschaft fordern, sich an unser Wertesystem anpassen zu wollen.

Es ist unsere Pflicht, mit gutem Beispiel unsere demokratischen Werte aufzuzeigen und zu vermitteln. Bei eindeutigen Verletzungen gegen unser Rechtssystem, z.B. bei der direkten Ausübung von Gewalt gegen Frauen muss sofort eingegriffen werden. Dies gilt genauso bei Gewalt gegen Flüchtlinge und rechtsradikalen Handlungen.

Viele Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte kämpfen die Menschen in Deutschland für gleiche Rechte der Geschlechter und die tatsächliche Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern. Wir sind aufgewachsen in einem System, das Gleichbehandlung und Gerechtigkeit fordert und fördert. Bei Berücksichtigung dieser langen Zeitspanne wird klar, dass wir nicht mit dem Zauberstab über die Köpfe der Flüchtlinge wedeln können, um ihnen unsere Gleichstellungsvorstellungen einzuimpfen. 

Wir können aber auf Gesetzmäßigkeiten innerhalb unserer Gesellschaft hinweisen und den direkten Kontakt mit uns, den Einheimischen, fördern. Rollenverhalten kann nur dann verändert werden, wenn die Sinnhaftigkeit von neuem Denken und Handeln selbst erfahren werden kann.

Wir alle sind voller Ängste, Flüchtlinge wie Einheimische. Das ist vollkommen normal. Wir sind alle nur Menschen.

Es hilft uns allen nicht weiter, das Thema zu verdrängen, unkritisch zu betrachten oder rigoros Menschen aus anderen Kulturkreisen abzulehnen, da wir ebenfalls auf Jahrzehnte mit einer veränderten Gesellschaftszusammenstellung zu rechnen haben.

Probleme sind dazu da, sie anzugehen und manchmal hat eigenes Denken und Handeln eine große Wirkung.

Als hilfreich erscheint mir, mutig auch eigene Werte und evtl. eintretende Grenzverletzungen zu artikulieren und aufzuzeigen (ohne Angst haben zu müssen als rechtsradikal zu gelten). Es ist nicht hinnehmbar, wenn Mädchen und Frauen bedrängt und belästigt werden. Frauenfeindliche Rollenbilder gehören nicht zu unseren Vorstellungen, unserer Gesellschaft. Bei dauerhaften Uneinsichtigkeiten und Verweigerungen, bei groben Verletzungen gegen unser Wertesystem sollte von Seiten unserer Rechtsprechung glaubhaft durchgegriffen werden. Zur wirklichen Integration gehören nicht nur Helfer/innenkreise und finanzielle Ausstattung sondern in erster Linie die Bereitschaft, sich integrieren zu wollen. Parallelgesellschaften fördern Ausgrenzung und Unverständnis. Sie bilden den Nährboden für rechtsradikales Gedankengut.

Ich bitte Sie um Geduld mit Anderen und sich selbst.

Freundlichst Ihre Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christine Blum

TDF Flyer Women Men

Gleichstellungsbericht 2014 - 2015

 hier zur Einsicht oder zum Download

 

 

Frauengesundheit

Mädchen und Frauen sehen sich im Lebensverlauf mit speziellen gesundheitsbeeinflussenden Faktoren und Risiken konfrontiert.

Informationen über den eigenen Körper und seine Funktionsweisen sollten heute selbstverständlich verfügbar sein. Im Gegensatz zu unseren Großmüttern können wir heute (so denn wir wollen) über alles reden, uns Hilfe einholen (so denn verfügbar) und ein selbstbestimmtes Leben führen (so denn wir die Kraft haben). Es gibt immer noch Mädchen und Frauen, die wenig über den eigenen Körper wissen. Um gesund zu bleiben, ist es aber unerlässlich sich mit sich selber auszukennen.

Bei Krankheit sind wir kein Mängelexemplar, wir sind eben nicht eine Gruppe von Menschen, die tendenziell auslaufen(auch wenn uns die Werbewirtschaft genauso darstellt), zu emotional agieren oder reagieren und ohne männliche Hilfe nicht klarkommen.

Im Verlauf unseres Lebens werden uns viele Rollen aufgedrückt und viele übernehmen wir ungefragt, denn wir wollen ja akzeptiert und geliebt werden. Den eigenen Weg zu gehen, herauszufinden was für ein Mensch in uns angelegt ist, erfordert sehr viel Mut…

In manchen Fällen sollen wir superoptimierte Mischungen aus Mutter und Hure sein, bis ins hohe Alter super aussehen(wer definiert was super aussieht?), gebildet, aber bitte nicht schlauer als manche Männer.

Wenn wir, Mädchen und Frauen, lernen, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn andere uns mal nicht verstehen und uns sogar blöd finden, dann haben wir gute Aussichten gesund zu sein / gesund zu werden.

Mädchen und Frauen erfahren, allein was Äußerlichkeiten angehen, einen immens hohen Druck und zwar schon sehr früh im Lebensverlauf. Psychische Erkrankungen wie z.B. Essstörungen, Borderline und Depressionen nehmen stätig zu.

Die Errungenschaften der Gleichberechtigung sind oft nur vordergründig haltbar. Im Moment der Mutterschaft und bei der Familienpflege bleibt kein Stein auf dem Anderen. Wenn ich moderne Mütter sehe, erkenne ich oft eine krakenarmige Krisenmanagerin, die den kompletten Tag durchtackten muss und Kinder, die funktionalisiert werden. Vor Jahren war ich der Meinung, dass ein gelungenes Leben mit Kindern und Beruf, allein Sache der Kraft und Energie der Erziehenden darstellt. Heute, nachdem meine Kinder groß sind, weiß ich es besser. Die Mähr von der perfekten Karrierefrau und mehrfachen Mutter, Ehefrau, Schwiegertochter… wird heute besonders jungen Frauen mit auf den Weg gegeben. Ja, das alles kann funktionieren (besonders gut in wohlsituierten Familien), aber zu welchem Preis? Wir Frauen haben oft gar nicht die Zeit zu reflektieren, ob wir vielleicht nach anderen Modellen und Idealen leben wollen. Der aktuelle gesellschaftliche Grundtenor geht immer mehr zur Fremdbe-treuung von Kindern. Es wird als ganz selbstverständlich angesehen, wenn wir unsere Kinder ab einem Jahr in Krippen betreuen lassen. Hier gilt es, den eigenen Kopf einzuschalten und seine eigenen Werte zu überprüfen. Es ist vollkommen ok, Kinder gut fremdbetreuen zu lassen, so denn alle Beteiligten damit gesund und glücklich sind. Ich möchte nur eine Lanze für Selbstbe-stimmung brechen: „Mütter, ihr dürft eure Kinder aber auch selbst erziehen. Lasst euch nicht vorschreiben, wie ihr zu leben habt!“. Frauen, die heute zu Hause bleiben und als "Hausfrauen" arbeiten, sehen sich mittlerweile in Erklärungsnot. Jede und jeder hat ein Recht auf Selbstbestimmung. Damit Gleichberechtigung hergestellt werden kann und Lebensentscheidungen nicht ausschließlich unter finanziellen Argumentationen getroffen werden müssen, sollte meiner Meinung nach ein Grundeinkommen (und somit mit späteren Rentenansprüchen) allen zu Hause tätigen in der Familienarbeit zustehen.

Und Frauen, die ihr Beruf und Familie leben wollt, macht das! Aber lernt auf euch zu achten. Seid nicht zu stolz euch Hilfe (auch finanzielle) einzufordern. Aus Erfahrung weiß ich, dass gerade Alleinerziehende denken, sie müssten alles alleine schaffen (ich wäre nie auf die Idee gekommen zu Hause zu bleiben, da wir auf das Gehalt angewiesen waren). Und Frauen, die ihr keine Kinder wollt, bekommt keine! Und Frauen, die ihr Frauen liebt, liebt wen ihr wollt!

Das Resultat von vielen Jahren der totalen Verausgabung kann das schwinden der eigenen Gesundheit sein. Das jahrelange Hinwegsehen über eigene Bedürf-nisse und der Mangel an Eigenreflexion können krank machen.

Auf dieser Seite habe ich Themen und interessante Informationen für Sie gesammelt. Reden Sie über Tabuthemen und ihre Situation.

Frauen müssen eben nicht immer nur funktionieren und stark sein!

Eigenverantwortung zu pflegen, heißt auch Nein sagen zu lernen!

Ich wünsche Ihnen Gesundheit und viel Freude auf Ihrem weiteren Lebensweg.

Ihre

Katrin Christine Blum

 

 

1. Gesundheit allgemein
   
Info-Blatt Frauengesundheit, Download Vortrag Rohde “Stolperfalle Lebenslauf“
    Weitere Informationen sind bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erhältlich.

    Über das Thema Demenz erhalten sie hier weitere Informationen.

2. Körper und Aufklärung
  
  Download zu Menstruation, Download zu anders ist normal
    Weitere Informationen sind bei pro familia und zur Familienplanung erhältlich.

 

3. Psychische Erkrankungen
    

Hilfsangebote unter Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein und beim Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
4. Wechseljahre
    Download Wechseljahre, Download Wenn Sexualität sich verändert

 

 

 

 

Gleichstellungsbericht 2015-2016

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Trennung - Scheidung     Ein Leitfaden für Frauen in Trennungssituationen

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Das Faktorverfahren

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