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Datum: 30.12.2022

Neujahrsgruß

Grußwort zum Jahreswechsel

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein sehr außergewöhnlich herausforderndes Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit für eine Rückschau, aber ebenso Zeit, um den Blick nach vorne zu richten. Was wir uns für das nächste Jahr wünschen, dass sind in erster Linie Frieden, Glück und Gesundheit.

Schauen wir zurück auf das Jahr 2022, so wird es uns zweifelsohne in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Es begann alles wie immer: mit fröhlichen Neujahrsfeiern in kleinen und großen Freundeskreisen wurde das Jahr begrüßt. Wir umarmten Freunde und Verwandte und wünschten ein frohes neues Jahr. Beendet wird das Jahr 2022 gänzlich anders.
Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine ist in Europa ein Krieg ausgebrochen. Die Auswirkungen lassen sich nur erahnen, aber bereits jetzt werden große Summen Geld in die Rüstung bewegt, weitreichende Sanktionen verhängt und Europa sucht dringend nach Alternativen zu russischen Rohstoffen. Fluchtbewegungen, steigende Preise und ein gedämpftes Wirtschaftswachstum zeichnen sich ab.

Die Erwartung auf Normalität wird sicherlich zu unseren größten Wünschen im neuen Jahr gehören.

Fest steht, dass die vielen Schutz und Zukunft suchenden Menschen, die insbesondere in diesem Jahr zu uns gekommen sind, das Land und die Kommunen bei der Versorgung, Betreuung und Eingliederung in die hiesige Gesellschaft vor enorme Herausforderungen stellen. Aus diesem Grund bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen, Verbände, Vereine und andere Organisationen um Hilfe bei der Bereitstellung von Wohnraum. Damit kann ein ganz wichtiger Beitrag zur Linderung des menschlichen Leids geleistet werden, das durch den Krieg in der Ukraine millionenfach entstanden ist. Eckernförde ist eine weltoffene und gast-freundliche Stadt – lassen Sie uns den geflüchteten Menschen in dieser Notsituation ein neues Zuhause geben!


Was hat das Jahr 2022 noch für Eckernförde gebracht?

Ein überwältigendes Votum der Bürgerinnen und Bürger im Kreisgebiet hat dazu geführt, dass der Bürgerentscheid zum Erhalt einer wohnortnahen medizinischen Grund- und Regelversorgung sowie einer Notfallversorgung an der imland Klinik gGmbH in Eckernförde erfolgreich gewesen ist. Ausgebremst wird dieser Erfolg allerding durch das vor drei Wochen von der Klinik beantragte „Schutzschirmverfahren in Eigenverantwortung“ vor dem Amtsgericht Neumünster. Mit dieser Vorstufe im Insolvenzrecht kann die Klinik nun in Eigenregie versuchen, sich aus den Schulden zu bringen. Das bedeutet auch, dass die Klinik nicht mehr an das Votum des Bürger-entscheides gebunden ist. Die weitere Entwicklung bliebt abzuwarten.

Immer mehr Einwohner, Tagesgäste und Touristen, immer mehr Pendler, immer mehr Lieferverkehr- auch hier in Eckernförde. Um allen Verkehrsteilnehmern und Nutzer-gruppen des öffentlichen Raumes gerecht zu werden, wurde Anfang des Jahres das Parkraummanagement neu geordnet. Beispielsweise werden Parkplätze im Innen-stadtbereich jetzt als Anwohnerparkplätze ausgewiesen, der Parkplatz „Grüner Weg“ ist vollständig kostenfrei nutzbar, die Höhe der Parkgebühren richtet sich nach der Nähe zur Innenstadt. In der persönlichen Wahrnehmung wiegt der Verlust eines Parkplatzes zwar schwer. Dabei werden schnell die sich daraus resultierenden Gewinne übersehen: neue Radwege, sicherere Fußwege, weniger Parksuchverkehr, weniger Schadstoffe und Lärm und – auch das bewirkt Parkraummanagement – das schnellere Auffinden des benötigten Parkplatzes. Denn bei all den Anstrengungen, die mit diesem Thema einhergehen, sollte das Ziel nie aus dem Blick geraten: Die Lebensqualität zu steigern, aus Straßen und Innenstädten einladende Orte der Begegnung zu machen und damit nicht zuletzt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Und um dieses Ziel zu erreichen wird zusätzlich an einem Konzept zur Attraktivitätssteigerung und zur Belebung der Eckernförder Innenstadt gearbeitet. Unter der Federführung der Cima Beratung & Management GmbH, der Stadt-verwaltung sowie der Eckernförde Touristik & Marketing GmbH konnte bereits über eine umfangreiche Bürgerbefragung sowie einer interaktiven Stadtkarte ein Meinungsbild der Stadtbevölkerung erfasst werden. Diese Anregungen und Wünsche, die letztlich auch Bestandteil des Konzeptes sein werden, wurden im Rahmen einer „Zukunftswerkstatt“ am 13. Dezember 2022 in der Stadthalle von vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern weiterbearbeitet. 
Das Instrument zur Attraktivitätssteigerung und zur Belebung der Eckernförder Innenstadt wird zunächst in der Einwohnerversammlung am 23. Januar 2023 vorgestellt, bevor die Ratsversammlung voraussichtlich im Februar 2023 den finalen Beschluss fasst.

Veränderungen brauchen Zeit, es sind Prozesse, die sich meistens über einen längeren Zeitraum entwickeln. So auch geschehen bei der Umsetzung des Projektes St.-Nicolai-Straße. Der lange umstrittene und durch die Corona-Pandemie zweimal verschobene barrierefreie Umbau der St.-Nicolai-Straße wurde nach sieben Monaten Bauzeit im Mai fertiggestellt. Seitdem können auch mobilitätseingeschränkte Menschen und Familien mit Kinderwagen die Straße vollumfänglich nutzen.

Die Verabschiedung von Bürgermeister Jörg Sibbel im Juni 2022, der die Geschicke unserer Stadt über 16 Jahre gelenkt und mit viel Engagement, Herzblut und Erfolg gearbeitet hat, ist sicherlich ein ganz besonders einschneidendes Ereignis.
Ihm folgt ab 1. Januar 2023 Iris Ploog als neue Bürgermeisterin, die sich nach einem engagierten Wahlkampf in der Stichwahl am 29. Mai 2022 gegen ihre Mitbewerberin durchsetzen konnte.
Wir wünschen beiden für ihren weiteren Berufsweg alles Gute und viel Erfolg.

In kultureller Hinsicht können wir - Dank Lockerungen in der Corona-Verordnung des Landes Schleswig-Holstein - auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.
Die LesArt-Reihe sowie die „4 Langen Nächte“ zählen neben dem Südstrandfestival, dem Piratenspektakel, der Aalregatta und den Sprottentagen zu den Besucher-magneten im Ostseebad. Erfreulicherweise konnte in diesem Jahr auch das Green Screen Festival wieder im Präsensformat abgehalten werden.
Mit 250 Dokumentarfilmern aus Deutschland, zahlreichen europäischen Ländern und aus Übersee hat das 16. Naturfilmfestival Green Screen einen neuen Rekord aufgestellt und dabei wieder mehr als 10.000 Besucher fasziniert.

Es gibt viele weitere Themen, die bearbeitet und vorangebracht wurden und die uns auch im Jahr 2023 noch beschäftigen werden.
Dazu gehören neben Straßensanierungen und der Sanierung des Schulzentrums Süd beispielsweise die Herstellung eines Skate- und Bewegungsparks, die Weiter-entwicklung des Kinostandortes mit Einzelhandel, das Wohngebiet Schiefkoppel II sowie das städtebauliche Projekt „Binnenhafen / Nooröffnung“.
Der vor wenigen Tagen verabschiedete Haushalt 2023 weist ein Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro aus und bildet damit eine gute Grundlage für die Vollendung begonnener Projekte und für die Realisierung neuer Vorhaben.

Es war insgesamt ein ereignisreiches Jahr, das allen Beteiligten viel abverlangt hat. Dennoch haben sich wieder viele Bürgerinnen und Bürger in besonderer Weise zum Wohle unserer Stadt eingesetzt. All denjenigen, die sich auch in diesem Jahr wieder ehrenamtlich im sozialen, kulturellen oder sportlichen Bereich engagiert haben und so zur Stärkung des Gemeinwohls in der Gesellschaft beitragen, gilt unser besonderer Dank.

Über die Feiertage haben wir uns eine kleine Atempause verdient. Kommen Sie zur Ruhe, genießen Sie Zeit im engsten Kreis Ihrer Lieben und schöpfen Sie Kraft für das Kommende. Denn eines steht fest: auch 2023 wird für uns wieder große Herausforderungen und die eine oder andere Überraschung bereithalten.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen, Ihren Angehörigen und Familien ein gesundes, glückliches und friedvolles Jahr 2023.




Stadt Eckernförde, im Dezember 2022


Karin Himstedt                                                                               Katharina Heldt
Bürgervorsteherin                                                                          Erste Stadträtin