Inhalt
Datum: 09.12.2022

Presserklärung zum Bauprojekt Domsland II

„Die Stadt Eckernförde hält an den am 25.03.2022 durch die Ratsversammlung mit 35 von 37 möglichen Stimmen beschlossenen Zielen des Aufstellungsbeschlusses „Domsland II“ fest“, teilte die Erste Stadträtin Katharina Heldt dem Vorhabenträger BIG am heutigen Freitag mit. Vorausgegangen waren intensive Gespräche zwischen Politik, Stadtverwaltung und dem In-vestor, der die 20,29 ha große Fläche im Süden Eckernfördes für eine Wohnbebauung nutzen will. Man hatte sich zwischenzeitlich auf ein gemeinsames Workshop-Verfahren, das An-fang November zwischen Fachplanern und Bauverwaltung stattfand, verständigt. Das Ergebnis des Workshops wurde dem Bauausschuss am 06.12.2022 nichtöffentlich vorgestellt. „Es war mir ein Anliegen während meiner Amtszeit als kommissarische Bürgermeisterin, die Poli-tik zeitnah und transparent über alle Aspekte des Vorhabens zu informieren. Dazu gehörten auch die zugehörigen Vertragswerke, die zu diskutieren waren.“ Der Investor hatte darum gebeten, die politischen Vorgaben etwa zu Lasten der öffentlichen Flächen für das Wohnquartier Domsland II abzuändern. „Hierzu ist nach einem langen und intensiven Abwägungsprozess aber keine Partei bereit“, erläutert Heldt.


„Wir haben Verständnis für die finanziellen Zwänge des Investors“ ,betont der Vorsitzende des zuständigen Bauausschusses Sören Vollert (Bündnis90/Die Grünen), „aber ein neues Quartier wird über viele Jahrzehnte für viele Menschen Wohn- und Begegnungsort sein. Ein modernes Wohnviertel zeigt sich auch in ökologischer Wertigkeit, denn diese sichert neben einer hohen Lebensqualität auch einen besseren Schutz vor Starkregen und Hitzesommern, die in den nächsten Jahren zunehmen werden. Ein durchgeführter Wettbewerb hat gezeigt, dass diese Ziele erreichbar sind und dennoch eine intensivere Bebauung als in anderen Neubaugebieten realisierbar ist.“


Der Fraktionsvorsitzende der SPD Jürgen Neumann erläutert, dass neben ökologischen As-pekten das Schaffen von preisgünstigem Wohnraum den Ausschlag gegeben habe, die politi-schen Vorgaben unverändert zu lassen. „Es wurde für dieses Gebiet bewusst entschieden, dass mindestens ein Drittel aller Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau erstellt werden. Eine weitere Vorgabe ist, dass hiervon zwei Drittel in sozial gefördertem Wohnungsbau realisiert werden. Hieran werden wir trotz steigender Baupreise festhalten.“


Für den SSW hebt Rainer Bosse (Fraktionsvorsitzender und Bauausschussmitglied) hervor, dass es politisch durchaus Bewegungssignale an den Investor gegeben habe, aber letzten Endes habe das vorgelegte Gesamtpaket den Bauausschuss nicht überzeugt. „Zukünftige Wohnquartiere müssen an die zu erwartenden Umweltbedingungen angepasst werden. Dies geschieht durch den Siegerentwurf und sollte so umgesetzt werden.“


Die Rathausfraktion der FDP erklärte durch Bauausschussmitglied Karl-Ludwig Loth, dass man sich in einer schwierigen Abwägung von ökonomischen und ökologischen Perspektiven befinde. „Es gilt diese beiden Perspektiven angemessen zu berücksichtigen und auch günstigen Wohnraum in Eckernförde zu ermöglichen. An diesen Zielen halten wir fest.“


Barbara Davy (Fraktionsvorsitzende DIE LINKE) betont die Einigkeit innerhalb der Politik. „Nicht nur innerhalb der Fraktion, sondern auch über Parteigrenzen hinweg zeigte sich in den Gesprächen und Beratungen, dass wir alle Wohnraum ermöglichen wollen – aber nicht um jeden Preis.“


Ratsfrau Rautenberg sieht ebenfalls keinen Anlass, die bestehenden Ziele zu verändern. „Ich unterstütze die Ziele, die seinerzeit in der Ratsversammlung beschlossen wurden.“


Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzwesen Hendrik Söhler von Bargen (CDU) zeigte sich überzeugt, dass die Fläche, die zum 01.01.2021 von der Gemeinde Goosefeld in das Stadtgebiet Eckernfördes umgemeindet wurde, eine ebenso erfolgreiche Entwicklung nehmen wird, wie das interkommunale Gewerbegebiet, das die Gemeinde Goosefeld gemeinsam mit der Stadt initiiert hat.
„Die 1,6 Mio. € Umgemeindungsentschädigung, die 2020 an Goosefeld gezahlt wurden, ermöglichten die gemeinsame Entwicklung des sehr stark nachgefragten Gewerbegebietes, welches Arbeitsplätze in der Region halten und durch Gewerbesteuern die Finanzkraft von Goosefeld und Eckernförde über Jahr-zehnte stärken wird“, betont Finanzexperte Söhler von Bargen.


Auch die neue Bürgermeisterin Iris Ploog (SPD) ist sich der Stärken ihres künftigen Arbeits- und Wohnortes bewusst und zeigt Verständnis für die politische Entscheidung, über die sie durch Heldt informiert wurde. „Eckernförde und Umland sind sehr attraktiv um zu leben, zu wohnen und zu arbeiten. Die Geschlossenheit von Politik und Verwaltung in dieser Angelegenheit zeigt mir, dass man zum Wohle der nachhaltigen Entwicklung unserer Stadt auch nicht scheut, unbequeme Entscheidungen zu treffen“, zeigt sich die künftige Verwaltungsspit-ze überzeugt. „Die Stadtverwaltung wird auch unter meiner Leitung unparteiischer Berater aller Parteien sein und für konstruktiven, aber auch kritischen Dialog mit unterschiedlichen Interessensvertretern offen sein. Dies gilt insbesondere in der städtebaulichen Entwicklung.“

weitersagen auf