Gleichstellung Aktuell

Karlsruher Postulate - Gleichberechtigung in Kunst und Kultur

Das Karlsruher Postulat fordert mehr Parität in allen Lebensbereichen, auch in den Medien. Kulturschaffende von SWR, WDR und ARD verpflichtend sich selbst durch verschiedene Maßnahmen mehr Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen. Dazu gehören unter anderem Stereotype zu durchbrechen, mit gemischten Teams zu arbeiten und Diversität als Qualitätskriterium anzuwenden.

Bereits 1995 wurde auf der UN-Weltfrauenkonferenz die zentrale Rolle der Massenmedien bei der Überwindung von Geschlechterstereotypen und -diskriminierung hervorgehoben. Seit dem hat sich jedoch fast nichts verbessert.

Nach wie vor kommen durchschnittlich zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen in Spielfilmen und anderen fiktionalen Werken vor. Der Dialoganteil von Männern ist doppelt so hoch wie der von Frauen. Für Darstellerinnen über 40 gibt es immer weniger Rollen, das Rollenangebot für männliche Darsteller steigt hingegen mit dem Alter. Zugleich werden Frauen dreimal so häufig sexualisiert oder sexuell verdinglicht inszeniert wie Männer.

Frauen werden oft in reduzierter, klischeehafter und diskriminierender Art und Weise dargstellt. Veraltete Geschlechterstereotypen in Aussehen, Erleben und Handeln werden reproduziert. Diese Rollenbilder haben (unbewusst) Einfluss. Sie prägen und sozialisieren die Vorstellung von Wirklichkeit und bieten oft nur eine geschlechtsspezifisch sehr eingeschränkte Erlebniswelt.

Kulturschaffende von SWR, WDR und ARD fordern: "Spätestens seit #MeToo wird immer mehr Menschen bewusst: Wir brauchen eine Revolution des Geschlechterverhältnisses, nicht zuletzt auf unseren Bildschirmen, in unseren Lautsprechern und Kopfhörern und an den verantwortlichen Stellen dahinter. Es geht um das Recht, sich selbst erzählen zu können. Wir brauchen diese Revolution jetzt, damit die Gleichberechtigung von Männern und Frauen gemäß Art. 3, Abs. 2 GG, endlich Wirklichkeit wird."

Mehr zu den Karlsruher Postulaten finden Sie hier und auf den Seiten von SWR und WDR und in der ARD Audiothek.

Näher Informationen zu der Kampagne finden sie hier auf deutsch und here in english. Leider ist physische und/oder sexualisierte Gewalt gegen Frauen stärker verbreitet als allgemein angenommen wird. Jede 3. Frau in Deutschland ist mindestens ein Mal in ihrem Leben betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Nachbarin, Bekannte oder Freundin von Ihnen zu den Opfern gehört, ist beträchtlich. Sie können sich und anderen Hilfe sichern, indem die Nummer des Hilfstelefons „Gewalt gegen Frauen“ in ihren Adressbüchern/Kontakten speichern.

Die Nummer lautet: 08000 116 016, www.hilfetelefon.de

In Eckernförde finden Sie Hilfe bei !Via Frauenberatung 04351 - 3570