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Dr. Wilhelm Lehmann, 1882 - 1968

wurde 1882 in Venezuela geboren, lebte von 1923 bis zu seinem Tod 1968 in Eckernförde und hat hier sein Hauptwerk geschaffen. In den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts galt er neben Gottfried Benn, Bertolt Brecht und dem Lehmann nah befreundeten Oskar Loerke als der bedeutendste deutschsprachige Lyriker. Sein Werk wirkte schulbildend, Elisabeth Langgässer, Günter Eich und Karl Krolow schrieben unter seinem Einfluss, heute erinnern an ihn Autoren wie Harald Hartung, Wulf Kirsten, Hans Dieter Schäfer, Heinrich Detering und Lutz Seiler. Lehmann fing an als Erzähler. Seine Romane „Der Überläufer” (1927) und „Der Provinzlärm” (1930) verdienen besondere Beachtung. Es folgt ein im deutschen Sprachraum singuläres „Bukolisches Tagebuch” (1927 - 1932). Seit 1930 beginnt ein reiches lyrisches Werk, das zunehmend von poetologischen Essays begleitet ist.

Im Jahr 2009 erschien die achtbändige neue Gesamtausgabe seiner Werke im Verlag Klett-Cotta.

Wilhelm Lehmann erhielt zahlreiche Preise und war Mitglied bedeutender literarischer Gremien: 1923 Kleist-Preis, 1951 Schleswig-Holsteinische Kunstpreis, 1953 Lessingpreis der Stadt Hamburg, 1957 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1959 Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg, 1963 Kulturpreis der Stadt Kiel, auch war Lehmann nach 1945 jeweils gewähltes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt (Gründungsmitglied), der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz, sowie des P.E.N.-Clubs.

Die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft e. V. gegründet im Jahr 2004, hat sich zur Aufgabe gestellt, das bedeutende Werk stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückzuführen.
Den neu gestifteten Wilhelm-Lehmann-Preis verliehen die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft und die Stadt Eckernförde erstmalig im Jahr 2009 an den Lyriker Jan Wagner (Berlin).
Der Preis wird vergeben für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Lyrik, der Erzählung und des Essays.