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Hans Gudewerdt II. („der Jüngere”)

ist der bedeutendste Bildschnitzer des 17. Jahrhunderts im norddeutschen Raum. Als Sohn des Meisters des Eckernförder Schnittkeramtes Hans Gudewerdt I. um 1600 geboren, muss er in guten finanziellen Verhältnissen der gehobenen Bürgerschicht aufgewachsen sein und hat vermutlich die Lateinschule besuchen können, lesen und schreiben gelernt, was bei dem damals verbreiteten Analphabetentum nicht selbstverständlich war. Anschließend begann er die mindestens fünfjährige Bildschnitzerlehre in der Werkstatt seines Vaters. Über die Gesellen- und Wanderjahre ist wenig bekannt, vermutlich haben sie ihn weit über die Landesgrenzen geführt. 1634 wurde Gudewerdt II. als Meister in die Reihen des Eckernförder Schnittkeramtes aufgenommen.

Arbeiten für Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf (vier prunkvolle Brautwagen u. a. 1654 für die Prinzessin Hedwig Eleonore zur Vermählung mit dem schwedischen König Karl X. Gustav), zahlreiche Epitaphen, und vor allem die großen Altäre in Eckernförde (1640), Kappeln (1641), Schönkirchen (1653) und Dänischenhagen (1656) haben seinen Ruf begründet. Als wohlhabender und hoch angesehener Äldermann und Meister des Schnittkeramtes starb Hans Gudewerdt 1671 in Eckernförde.

Literatur:u. a. Holger Behling, Dissertation „Hans Gudewerdt”, Kiel 1990