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Was sind die Folgen häuslicher Gewalt?

Für die Betroffenen

Die Folgen sind sowohl akut als auch langfristig. Sie können sowohl körperlicher als auch psychischer Natur sein. Auf körperlicher Ebene reichen sie von unmittelbaren Körperverletzungen bis hin zu bleibenden Schädigungen. Auf seelischer Ebene von kurzfristigen Problemen bis zu langwierigen Traumata. Im schlimmsten Fall führen sie zum Tod.

Körperliche Folgen sind beispielsweise „blaue Flecke”, Knochenbrüche, Verletzung innerer Organe, Herz-Kreislaufprobleme, vermindertes Seh- oder Hörvermögen, Unterleibsschmerzen, Ausbleiben der Menstruation, Verletzungen im Genital- und Analbereich, Früh- und Fehlgeburten.

Psychische Folgen sind beispielsweise Schlafstörungen, Depressionen, Schuldgefühle, Essstörungen, Mangelndes Selbstwertgefühl, Abhängigkeiten, Amnesien, Selbstmordgefährdung.

In Zahlen:

  • 64 Prozent der Frauen, die Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erleben, werden durch diese Übergriffe körperlich verletzt.

  • 29 Prozent der Frauen, die einen Suizidversuch unternehmen, waren vorher Opfer von Gewalt geworden, 37 Prozent der Frauen mit Gewalterfahrungen leiden unter Depressionen, 46 Prozent unter Angst- und Panikattacken und 45 Prozent unter posttraumatischen Belastungsstörungen.

Für die Gesamtgesellschaft

Jährlich flüchten etwa 40.000 Frauen und Kinder in Deutschland in Frauenhäuser die durch öffentliche Gelder und Spenden getragen werden. Dabei können allein in Schleswig-Holstein ungefähr die Hälfte der schutzsuchenden Frauen nicht aufgenommen werden, da zu wenig Plätze vorhanden sind.

Weiter entstehen gemeinschaftlich getragene Kosten durch Polizeieinsätze und Gerichtsverfahren. Auch Arbeitsausfälle, ärztliche Behandlungen und psychologische Betreuung werden von vielen solidarisch mitfinanziert.

Frauen, die in der Herkunftsfamilie Gewalt erlebt haben, erleben wesentlich häufiger Gewalt in späteren Beziehungen.
Jungen, die in gewaltaffinen Familien aufwachsen, haben ein größeres Risiko, später selbst zu Tätern zu werden.