Inhalt

Unterhalt

Wichtig! Für den Unterhalt gibt es keine rückwirkende Zahlung, daher sollte er so früh wie möglich beantragt werden.

Wer ist unterhaltspflichtig?

Grundsätzlich sind beide Elternteile unterhaltspflichtig für Kinder unter 18 Jahren oder in Ausbildung, dabei wird unterschieden in Barunterhalt  (Geld) und Betreuungsunterhalt (Fürsorge & Erziehung).

Beim sogenannten Residenzmodell lebt das Kind vor allem beim Elternteil A und besucht ab und an das Elternteil  B. -> A leistet Unterhalt mittels Pflege und Erziehung, B ist 100 Prozent barunterhaltspflichtig.

Beim Wechselmodel lebt das Kind gleich häufig bei den Elternteilen A und B. -> A und B leisten Betreuungsunterhalt und müssen beide für den Barunterhalt anteilig aufkommen.

Bei Modellen dazwischen bleibt das Elternteil, das besucht wird  voll barunterhaltspflichtig, kann aber die Mehraufwendungen durch den erhöhten Umgang unterhaltsmindernd geltend machen.

Wieviel Unterhalt muss gezahlt werden?

Die Höhe der Unterhaltszahlung ist abhängig von verschiedenen Fakten. Unter anderem ist wichtig, wieviel das barunterhaltspflichtige Elternteil verdient, wie alt das Kind ist und wie vielen Personen Unterhalt zusteht. Für eine erste Einschätzung als Grundlage für weitere Planungen und Gespräche hilft ein Unterhaltsrechner. Die genaue Festlegung des Unterhaltes erfolgt in der Regel durch das Jugendamt (für die Kinder) oder mit Hilfe einer Rechtsvertretung, eventuell auch durch einen Gerichtsbeschluss.

Auf der Seite unterhalt.net finden Sie ausführliche Informationen über Kindesunterhalt auf Grundlage der Düsseldorfer Tabelle und Ehegattenunterhalt.

Wie kann der Unterhaltsanspruch durchgesetzt werden?

Die Hälfte aller Alleinerziehenden (50 Prozent) erhalten kein, ein Viertel (25 Prozent) zu wenig Geld vom unterhaltspflichtigen Elternteil. In solchen Fällen gibt es die Möglichkeit des staatlichen Unterhaltsvorschusses. Allerdings sind für viele Kinder die Zahlungen vom unterhaltspflichtigen Elternteil deutlich höher als der Unterhaltsvorschuss. Es lohnt sich daher oft, die Unterhaltsansprüche durchzusetzen. Auch wenn es Ihnen emotional schwer fällt und Sie viel Kraft kostet. Es schützt Sie und Ihre Kinder vor Armut.

In dem Fall, dass eine mündlich oder schriftlich getroffene Unterhalts-Abmachung nicht eingehalten worden ist, sollte schriftlich und per Einschreiben das unterhaltspflichtige Elternteil aufgefordert werden, den Unterhalt zu zahlen. Wird darauf nicht reagiert, kann eine Klage sinnvoll sein. Davor ist eine juristische Beratung unbedingt empfehlenswert.

Unterstützen kann dabei:

  • Das Jugendamt Eckernförde, dass Sie berät und in bestimmten Fällen auf Antrag einen Beistand einsetzten kann, der die Unterhaltsansprüche des Kindes durchsetzt.

  • Eine Rechtsvertretung für Familienrecht, auch um eventuell den Unterhalt gerichtlich einzufordern.

  • Bei geringem Einkommen kann ein Beratungshilfeschein beim Amtsgericht beantragen werden. Damit gibt es die Beratung und außergerichtliche Vertretung mit Eigenbeteiligung von 15€

Außerdem kann auf Antrag der Kinderfreibetrag vom anderen Elternteil übertragen werden, wenn Unterhalt nicht mindestens zu 75 Prozent gezahlt wird.